Pflegenahversorgung

Über 90 Prozent der Kärntner Gemeinden sind bereits abgedeckt

Kärnten geht mit der Pflegenahversorgung seit fast sieben Jahren einen österreichweit einzigartigen Weg. Mittlerweile sind mehr als 90 Prozent der 132 Gemeinden „pflegenahversorgt“. Damit werden nicht nur die zu pflegenden Menschen unterstützt, sondern auch Angehörige und Pflegeheime entlastet.

Seit 2019 stehen die Pflegenahversorger:innen als erste Anlaufstelle für Pflege-, Betreuungs- und Sozialfragen zur Verfügung. Durch aufsuchende Beratung, Vernetzung und gezielte Vermittlung von Leistungen wird Unterstützungsbedarf früh erkannt und passgenau abgefedert. Derzeit sind 119 Gemeinden und damit über 90 Prozent aller Kärntner Kommunen Teil der Pflegenahversorgung. Und der Ausbau schreitet weiter voran, sodass fast alle Bezirke bereits flächendeckend versorgt sind.

53 Pflegenahversorger:innen sind aktuell in 119 Gemeinden im Einsatz. 25 sind Pflegekoordinatoren, 28 Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger:innen. In den vergangenen 16 Monaten begleiteten sie rund 9.000 Menschen. Es gab rund 119.000 Interventionen – am meisten nachgefragt sind Informationen zu Pflege- und Unterstützungsangeboten, Hilfe bei Pflegegeld-Anträgen, die Entlastung pflegender Angehöriger sowie Nachschau-Besuche.

Seit 2025 entfällt der Gemeinde-Finanzierungsanteil vollständig, was eine Entlastung von 1,6 Millionen Euro pro Jahr für die Kommunen bedeutet. 1. Präsident Bgm. Günther Vallant unterstreicht, dass die Pflegenahversorgung auf lange Sicht die Kosten in der Pflege senkt, auch für die Gemeinden: Es ist ein Win-Win für alle Seiten, denn durch eine frühe Unterstützung könne die teure, stationäre Pflege oft hinaus gezögert und damit die öffentlichen Haushalte entlastet werden. Zudem sei die Pflegenahversorgung auch eine enorme Erleichterung für die Gemeindebediensteten, denn durch die aufsuchende Unterstützung zu Hause ersparen sich die Betroffenen den Weg zum Gemeindeamt.

Ergänzt wird das Angebot weiters durch über 600 Ehrenamtliche, die zum Beispiel Besuchs- und Fahrdienste sowie Begleitungen im Alltag übernehmen, hält LR Dr. Beate Prettner fest. Neben individueller Betreuung entstehen aber auch immer mehr gemeinsame Angebote, von Treffen bis zu barrierefreien Veranstaltungen, um die soziale Interaktion der älteren Menschen zu stärken oder Angehörige zu informieren.

Der Fokus liegt nun auf dem flächendeckenden Ausbau sowie auf dem Modell „Altern im Mittelpunkt“ (AiM). Dabei fungiert die Pflegenahversorgung als steuerndes Dach, unter dem mobile Dienste, Tagesbetreuung, betreutes Wohnen, kommunale Angebote und Ehrenamt eng miteinander verbunden werden.

 

Quellen: Land Kärnten / ORF Kärnten

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