European Digital Identity Wallet – EUDI-Wallet

Ein Projekt zur Standardisierung digitaler Identitäten

Die ID Austria entwickelt sich zum „EUDI-Wallet“ weiter. Durch neue EU-Vorgaben wird die App zum digitalen Begleiter für Reisen und Behördenwege in der ganzen EU. Das Update ermöglicht es, Ausweise und Unterschriften grenzüberschreitend zu nutzen, wodurch das Mitführen physischer Dokumente innerhalb der Union bis Ende 2026 optional wird.

Die digitale Identität in der EU steht vor einem bedeutenden Meilenstein. Die Entwicklung zielt darauf ab, digitale Ausweise, Führerscheine und Signaturen so zu vereinheitlichen, dass sie in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union gleichermaßen anerkannt werden. Was bisher oft an nationalen Grenzen endete, soll künftig für rund 450 Millionen Bürger:innen barrierefrei im gesamten EU-Raum funktionieren.

Für die Nutzer:innen in Österreich bedeutet dieser Schritt kein neues System, sondern eine Erweiterung der bestehenden ID Austria. Laut den zuständigen Behörden wird die App durch ein Hintergrund-Update zum zentralen Werkzeug für grenzüberschreitende Identitätsnachweise. Ein wesentlicher Kernpunkt dieser Neuerung ist das Reisen ohne physischen Ausweis: Bis Ende 2026 soll der digitale Personalausweis innerhalb der App so standardisiert sein, dass er bei Grenzkontrollen oder am Flughafen EU-weit akzeptiert wird. Auch der digitale Führerschein, der in Österreich bereits über die App „Digitales Amt“ genutzt werden kann, soll künftig bei Verkehrskontrollen im Ausland gültig sein.

Neben der Identifikation bringt das System Verbesserungen bei digitalen Unterschriften. Es ist vorgesehen, dass Funktionen für eine kostenlose elektronische Signatur für private Zwecke integriert werden. Technisch wird dabei ein hoher Wert auf Datenschutz und Privatsphäre gelegt.

Obwohl die technischen Weichen gestellt sind, ist das Wissen über das EUDI-Wallet in der Bevölkerung noch gering. Umfragen zeigen, dass bisher nur ein kleiner Bruchteil der EU-Bürger:innen den Begriff oder die Funktionsweise erklären kann. Expert:innen betonen jedoch, dass die Harmonisierung der Systeme notwendig ist, um die bisherigen nationalen Insellösungen zu überwinden. Österreich verfügt dabei mit der ID Austria bereits über eine funktionale Basis. Die Nutzung des digitalen Wallets bleibt dabei freiwillig: Wer weiterhin auf klassische Dokumente aus Papier oder Plastik setzen möchte, kann dies auch in Zukunft tun. Die ID Austria bietet lediglich die digitale, europaweit anerkannte Alternative dazu an.

 

Quelle: Land Kärnten – EU-Verbindungsbüro

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