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Pressemitteilung: "Demographische Entwicklung als Herausforderung für Gemeinden" PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 21. Februar 2013
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Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte IHS-Geschäftsführer Dr. Markus Gilbert Bliem die Ergebnisse einer - im Auftrag des Kärntner Gemeindebundes und des Österreichischen Städte-bundes, Landesgruppe Kärnten, durchgeführten - IHS-Studie zum Thema „Demographie und Daseinsvorsorge in Kärnten - Herausforderungen und Lösungsansätze auf kommunaler Ebene“. Basierend auf den Ergebnissen der Studie forderten Bgm. Ferdinand Vouk und Bgm. Helmut Manzenreiter die Landespolitik erneut zum Handeln auf.

Bliem wies darauf hin, dass Kärnten österreichweit das einzige Bundesland sei, welches bereits eine stagnierende Bevölkerungsentwicklung verzeichne und in welchem - gemeinsam mit dem Burgenland - die Alterung der Bevölkerung am stärksten fortgeschritten sei. Die Abwanderung aus ländlichen Gebieten ins Stadtumland verstärke die Effekte des demographischen Wandels im ländlichen Raum zusätzlich, mit der Folge eines deutlichen Bevölkerungsrückgangs und einer Überalterung der peripheren Gemeinden.

Angesichts dieser Herausforderung gelte es, so Bliem, zwar einerseits bestehende Angebote wie Schulen und Kindergärten, trotz sinkender Auslastung zu erhalten, um eine zusätzliche Abwanderung zu verhindern, andererseits erfordere der höhere Anteil an älteren Menschen die Anpassung von diversen Leistungen, wie altersgerechter sozialer Infrastruktur. Bliem wies darauf hin, dass die Ausgaben der Kärntner Gemeinden für Leistungen der Daseinsvorsorge - insbesondere in den Bereichen soziale Wohlfahrt und Wohnbauförderung sowie Gesundheit - in den letzten Jahren stetig gestiegen seien, wobei  den steigenden Ausgaben zugleich eine sinkende Finanzkraft der öffentlichen Hand gegenüberstehe. Gemeinden seien, so Bliem, dabei in doppelter Hinsicht von der demographischen Entwicklung betroffen: Einerseits sei ihr Anteil an den gemeinschaftlichen Bundes-abgaben von der Bevölkerungszahl abhängig und andererseits hätte die Bevölkerungsentwicklung indirekt auch Auswirkungen auf die Einnahmen einer Kommune.

In Bezug auf mögliche Lösungsansätze verwies Bliem  einerseits auf eine Optimierung der Verteilung der Einrichtungen der Daseinsvorsorge, andererseits seien in Hinblick auf die Organisation der Leistungen sowohl interne Organisationspotentiale als auch alternative Angebotsformen zu prüfen. Überdies könne auch die Reformierung der Finanzausgleichsregelungen sowie haushaltsrechtlicher Bestimmungen durch die Schaffung von Anreizen für effizienteres Verwaltungshandeln ent-scheidende positive Effekte bringen.

Von der IHS-Studie bestätigt fühlten sich der Präsident des Kärntner Gemeindebundes, Bgm. Ferdinand Vouk, sowie der Landesobmann der Landesgruppe Kärnten des Österreichischen Städte-bundes, Bgm. Helmut Manzenreiter. Vouk betonte, dass es seitens der Landespolitik nach wie vor an einem Gesamtkonzept und der Umsetzung entsprechender Anpassungsstrategien betreffend den stattfindenden demographischen Wandel fehle. „Wir müssen davon ausgehen, dass die zukünftige Umgestaltung des ländlichen Raumes zu einem Mehr an Ausgaben führen wird. Dies zeigt sich aktuell in der Bereitstellung von Einrichtungen zur Daseinsvorsorge. Diese werden in Zukunft nur noch in der Zusammenarbeit der Gemeinden aufrecht erhaltbar sein“, so Vouk.

Ähnlich wies Manzenreiter auf die Notwendigkeit der zusätzlichen Förderung des ländlichen Raumes hin und stellte eine diesbezügliche Forderung an die Landespolitik. „Wir fühlen uns von der derzeitigen Landesregierung im Stich gelassen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern kann man in Kärnten lediglich von schwachen und weniger schwachen Gemeinden sprechen“, so Manzenreiter.


Download IHS-Studie - Endfassung

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