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Geballte Frauenpower für die Zukunft der Gemeinden PDF Print E-mail
Donnerstag, 19 Mai 2011
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Bei der Fachtagung des Kärntner Gemeindebundes und Audits familienfreundlichegemeinde zu den Themen Frauen in der Kommunalpolitik und Freiwilligentätigkeit in Villach wurden viele für die Zukunft wichtige Themen diskutiert und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. Kommunalnet war für Sie dabei.
 

Wie kann man Menschen für die Gemeindepolitik begeistern? Wie kann man den Einstieg in die Gemeindepolitik für Frauen und junge Menschen erleichtern? Gewichtige Themen standen bei der Fachtagung für Bürgermeister und Gemeindemandatare am 13. und 14. Mai 2011 in Villach auf der Tagesordnung. Obwohl die Meinungen nach dem "Wie" auseinander gingen, stand unbestritten die Notwendigkeit von mehr "Nachwuchs" für die Kommunalpolitik fest.
 

Netzwerktreffen: Best-Practice-Beispiel Moosburg

Auf beeindruckende Art und Weise erzählte der Bürgermeister der Gemeinde Moosburg Herbert Gaggl durch welche Maßnahmen seine Gemeinde familienfreundlich wurde. Mit einem Malwettbewerb der Volksschule konnte auf ganz einfachem Wege eruiert werden, was sich die Kinder unter dem idealen Spielplatz vorstellen. So kam heraus, dass die Standardspielplätze meist nicht den Anforderungen der Kinder entsprechen. Mit engagierten Bürgern konnte schließlich das Kinderparadies verwirklicht werden. Im Gespräch mit anderen Auditgemeinden, die sich im Prozess noch nicht so weit wie Moosburg entwickelt haben, konnte der Bürgermeister viele seiner Erfahrungen teilen und Lösungsvorschläge machen. Weitere Redner/innen berichteten wie der Prozess Audit familienfreundlichegemeinde konkret abläuft.
 

Braucht die Gemeindepolitik Frauen?

Der Nachmittag des 13. Mai 2011 wurde von Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer eröffnet. Er ließ unbestritten, dass die derzeit 114 Bürgermeisterinnen eindeutig zu wenige sind. Gleichzeitig ist er sich der Bedingungen wie der familienfeindlichen Termine am Wochenende bewusst, die es nicht gerade begünstigen, dass sich mehr Frauen für die höchste Stelle einer Gemeinde bewerben. Warum es so ist und vor allem wie man den Frauen-Anteil in der Kommunalpolitik erhöhen könnte, war in der anschließenden Podiumsdiskussion mit der Kärntner Landesrätin Beate Prettner, NR Ridi Steibl, Irene Slama, Geschäftsführerin der Familie & Beruf Management GmbH, der Villacher Stadträtin Mag. Hilde Schaumberger, der Bürgermeisterin von Steindorf am Ossiacher See Marialuise Mittermüller, der Wissenschaftlerin Uta Kletzing, Helmut Mödlhammer und dem neu gewählten Kärntner Gemeindebund-Präsidenten Ferdinand Vouk höchst umstritten. Zugleich kam auch bei der Vorstellung einer Studie über die Kommunalpolitik in Deutschland heraus, dass nicht alles zwischen unserem großen Nachbarn und uns verglichen werden kann, denn dort gibt es viel mehr hauptberufliche Bürgermeisterposten, was auch die Frauenquote in Österreich begünstigen würde. Ob die Quote das richtige Mittel für mehr Frauen in der Gemeindepolitik ist, ist ebenso unklar, wie in der Wirtschaft. Einig waren sich die anwesenden Frauen aus der Kommunalpolitik jedoch, dass man die Quotendebatte von der Qualifizierung trennen muss. Denn es darf nicht das Argument geben, dass bei der Quote nur auf das Frausein geschaut wird und nicht auf die Qualifizierung. Generell scheint es jedoch schon so zu sein, dass sich Frauen mehr überlegen, ob sie für ein Amt auch qualifiziert sind, als Männer. Bessere soziale Absicherung und mehr Zusammenarbeit unter den Frauen waren weitere Themen, an denen alle Beteiligten weiter ansetzen möchten.
 

Aus diesem Grund wurden am zweiten Tag im Rahmen von Workshops unter anderem Handlungsanleitungen entwickelt, die Punkte wie ein Persönlichkeits- und Qualifikationstraining oder auch ein Mentoringsystem für interessierte Neulinge in der Politik anregen. Ersteres soll vor allem das Selbstbewusstsein der Frauen heben, so ein Amt anzunehmen. Generell würde es aber von allen Beteiligten begrüßt werden, wenn die politischen Termine aufgrund fixer Tage für den Gemeinderat oder Fraktionsbesprechungen leichter einteilbar wären. Auch, dass Frauen generell lieber sachorientiert arbeiten, als sich dem täglichen Parteigeplänkel hinzugeben wurde klargestellt. Vor allem der Einstieg könnte durch die Betrauung mit kleineren Projekten erleichtert werden. Eine bessere soziale Absicherung, die leichtere Zugänglichkeit von Informationen und eine Möglichkeit der Freistellung für gemeindebezogene Termine in der beruflichen Beschäftigung wären weitere Maßnahmen für eine leichtere Vereinbarkeit von Politik und Beruf für Frauen.
 

Mohr: "Freiwilligenarbeit kann nicht bezahlt werden"

Erwin Mohr, Vizepräsident des Vorarlberger Gemeindeverbandes und Mitglied des Präsidiums des Ausschusses der Regionen, wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass Wohlstand nicht gleich Wohlbefinden sei. So sei Österreich zwar beim Bruttoinlandsprodukt auf vierter Stelle, beim Glücksindex nur auf Platz 17. Deswegen ist das BIP als Gradmesser des Wohlbefindens untauglich. Mitbestimmen und mitwirken stärken hingegen das Wohlbefinden in der Gemeinde. So sind in der Schweiz beispielsweise die Bürger dort am glücklichsten, wo sie auch am meisten mitbestimmen dürfen. Mohr strich nicht nur die wichtige Funktion der Freiwilligenarbeit für die Gesellschaft hervor, sondern wies auch darauf hin, dass das Ehrenamt der erste Einstieg in die Politik sein kann. An kleinen, überschaubaren Projekten könne man ausprobieren, wie es ist, eine Zusatzbelastung zu tragen. Generell ist es leichter Freiwillige zu finden, wenn ein Ende des Engagements in Sichtweite ist, wenn auch die Eltern ihren Kindern als gutes Beispiel voran gehen und wenn man als Bürgermeister auch die Interessensgebiete der Bürger trifft. Als wichtigsten Rat konnte Mohr, der in seiner aktiven Zeit als Bürgermeister von Wolfurt selbst eine erfolgreiche Freiwilligenbörse auf die Beine gestellt hat, den Zuhörern mit auf den Weg geben, dass es wichtig ist, die Menschen persönlich anzusprechen und auf die Generation der frühen Pensionisten zu achten, da sie einerseits die Zeit und meist auch noch die körperliche Fitness für die Aufgaben mitbringen.

Quelle: Österreichischer Gemeindebund

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