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Durch Kooperation zum effizienten Nah- und Regionalverkehr in Kärnten PDF Drucken E-Mail
Freitag, 20. August 2010
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Deutliche Entwicklungen waren im öffentlichen Nah- und Regional-verkehr innerhalb des letzten Jahr-zehntes zu verzeichnen. So wurde der Verkehrsverbund Kärnten als Dach-organisation unterschiedlicher Ver-kehrsanbieter gegründet. Erreicht wurden eine stärkere Zusammen-arbeit zwischen öffentlicher Hand und den Verkehrsunternehmen sowie eine deutliche Steigerung der Effizienz. Ein Nahverkehrsplan soll künftig noch bessere Verkehrsdienstleistungen ermöglichen.

Seit zehn Jahren koordiniert der Verkehrsverbund Kärnten den Nah- und Regionalverkehr in enger Abstimmung mit dem Land Kärnten und den Gemeinden. Besonderes Merkmal der Arbeit des Verkehrsverbundes ist der kooperative Ansatz zwischen Verkehrsverbund und den Gebietskörperschaften sowie zwischen den unterschiedlichen Kärntner Verkehrsunternehmen.

Seither wurde die Servicequalität der Busse verbessert, zahlreiche Bahnhöfe ausgebaut und konnten durch kreative Lösungen bisher unfinanzierbare Linien aufrechterhalten werden. „Die Leistungen des Verkehrsverbundes sind etwas worauf man stolz sein kann. Seit Installierung des Verkehrsverbundes hat es einen Quantensprung in der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Kärnten gegeben“, stellte Landeshauptmann Gerhard Dörfler in seinem Einleitungs-Statement fest. Als problematisch für die Gestaltung des öffentlichen Verkehrsangebotes bezeichnete Dörfler die langjährige Praxis im Bereich der Raumordnung. So schaffe die Ansiedelung von Einkaufszentren am Stadtrand außerhalb der Ortskerne einen Mobilitätszwang, der leicht zu vermeiden wäre. Besonders dankte Landeshauptmann Dörfler den Gemeinden, welche den Verkehrsverbund von Anbeginn mitgetragen haben sowie den Verkehrsunternehmen.

Mit der Feststellung, dass der öffentliche Verkehr die demographische Entwicklung im ländlichen Raum nicht beeinflussen könne, jedoch lernen müsse, mit dieser Entwicklung umzugehen, begann Dr. Alber Kreiner, Leiter der Infrastrukturabteilung des Landes, seinen Impulsvortrag. Im Zusammenhang mit der Schülerfreifahrt nahm er vor allem die Eltern in die Pflicht: „Nur 60 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder nehmen die Schülerfreifahrt in Anspruch. Die übrigen Schüler werden von ihren Eltern zur Schule gebracht. Dadurch entgehen dem öffentlichen Verkehr wichtige Einnahmen.“ In diesem Zusammenhang ersuchte er auch die Bürgermeister um Unterstützung bei der diesbezüglichen Bewusstseinsbildung an den Schulen.

Zu Synergieeffekten zwischen Tourismus und dem öffentlichen Verkehr äußerte sich Kärnten Werbung-Geschäftsführer Christian Kresse: „Der Tourismus ist nicht die Lösung für die Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs, jedoch müssen Wechselwirkungen zwischen Tourismus und Verkehr beachtet werden, um win-win Situationen zu erreichen.“ Als Erfolgsbeispiel nannte er die Kooperation zwischen den Nationalpark Hohe Tauern und Busunternehmen, die sich als attraktives Gesamtprodukt „Natur und Wanderbus“ etabliert hat.

Das Erfolgsmodell „Verkehrsverbund Tirol“ präsentierte Mag. Georg Fuchshuber. So sei es in Tirol möglich gewesen, Verkehrslinien, die sich aufgrund der geringen Einwohnerzahlen niemals rentiert hätten, nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern sogar im Halb-Stunden-Takt zu bedienen. Durch eine Beteiligung Privater (Hotellerie- und Seilbahnunternehmen) an der Finanzierung des Verkehrs in der Höhe von bis zu 80 Prozent konnte auch für die Bewohner der Kleingemeinden das Verkehrsangebot deutlich verbessert werden.

Abschließend resümierte Verkehrsverbund-Geschäftsführer DI Christian Heschtera die Entwicklung des Verkehrsverbundes Kärnten vom reinen Tarifverbund zum Verkehrsverbund, der als Dachorganisation des öffentlichen Verkehrs in Kärnten gemeinsam mit Verkehrsunternehmen auf eine bedarfsorientierte und effiziente Leistungsplanung setzt. Erreicht wurde insbesondere, dass das Ertragsrisiko von der öffentlichen Hand auf Privatunternehmen übertragen wurde und im Gegenzug durch eine enge Kooperation aller Verkehrsunternehmer ein ruinöser Wettbewerb der Unternehmen verhindert wurde. So konnte der öffentliche Verkehr in Kärnten wirtschaftlicher gestaltet werden. Als nächsten Schritt nannte er die Erstellung eines Nahverkehrsplans, der sich noch stärker am Bedarf der Bevölkerung orientiert.


Foto: Landespressedienst Kärnten

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